Film (DVD)

Mojschele, majn Frajnd (2009, 76 Min)   Zum Bestellformular

     

Kantor: Bernard San
Klavier: Noëmi Rueff
musikalische Leitung: Robert Braunschweig

Eine Bewegung gilt es filmisch zu begleiten: den Weg von 19 Chorsängern aus Zürich samt Anhang ostwärts, zehn Tage in die Westukraine. Indes, nicht irgendein Chor reist zwischen Odessa und Lemberg in vollen und herzhaft applaudierenden Konzertsälen von Erfolg zu Erfolg. Für einen Synagogenchor steht auch ganz anderes auf dem Programm: Synagogen, Bethäuser, historische Wirkungsstätten jüdischer Glaubensbetätigung, Friedhöfe und Mahnmale der in dieser Gegend omnipräsenten Shoa. Von dieser Konzertreise ist Bewegendes zu erwarten, Bewegendes für die Menschen vor Ort, Bewegendes in den Begegnungen mit der jüdischen Geschichte und der Gegenwart der Lebenden für die Reisenden selbst. Dies in bewegten Bildern festzuhalten, ist der Plan, Begegnungen und Bewegungen nachzuzeichnen, zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Menschen von hier und von dort, in einer Landschaft, die ihrer Geschichtsträchtigkeit zum Trotz ihre Schönheit wie ein Stück Ewigkeit ausbreitet. Film kann das. Film kann die Gegenwart und viele Vergangenheiten zusammen führen, Vergangenes vergegenwärtigen in der Landschaft, Abwesendes anwesend machen in Gesichtern, Stimmungen evozieren im Zusammenfügen von Bildern und Musik. Im Gesang des Chors verbindet sich das Erlebnis zum Einen, zu jener Bewegung, wie sie jedes einzelne Chormitglied mit nach Hause genommen hat, und wie sie der Film jetzt für ein weiteres Publikum ins Bild zu setzen versucht. Die jiddischen Lieder bringen die Landschaften der grossen Flüsse Bug und Pruth mit ihren einstigen Stetl und Wirkungsstätten grosser Rabbis in Einklang, die liturgischen Lieder schlagen die Brücke zu einer gemeinsamen Tradition zwischen den Menschen von dort und von hier, im gesungenen Gebet verbinden sich Klage und Hoffnung angesichts des vor Ort offensichtlich werdenden Grauens der Shoa. Die Musik des Chors wird zum Verbindenden, das, was sich zum Brückenschlag zu allererst eignet, auch über Überreste einer zerstörten Brücke am Pruth hinweg. Ein Film von der bewegenden Konzertreise eines jüdischen Chors in die Landschaft eines vergangenen grossen jüdischen Universums und zu jenen, die sich heute vor Ort wieder darum bemühen, ist vielleicht ein Glücksfall des sich Erinnerns an eine Gegenwart und viele Vergangenheiten. (Walo Deuber)



76 Min., PAL 16:9, stereo

CHF 35.00 inkl. CHF 5.00 Porto und Verpackung

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Mojschele, majn Frajnd (76 Min)

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